AZ-104 nicht bestanden: So gehst du den zweiten Versuch an — Certsqill
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AZ-104 nicht bestanden: So gehst du den zweiten Versuch an

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Certsqill Redaktion· Aktualisiert 6. September 2026· 11 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Du hast AZ-104 nicht bestanden. Das ist keine Ausnahme, sondern der häufigste zweite Schritt auf dem Weg zum Zertifikat Microsoft Azure Administrator. Was jetzt zählt: den Score-Report richtig lesen, ehrlich einschätzen, ob du knapp oder deutlich gescheitert bist, und daraus eine konkrete Lernkorrektur ableiten — nicht einfach dieselben Materialien noch einmal durcharbeiten. Die Wartefrist des Anbieters gibt dir sowieso Zeit dafür. Nutze sie.

Die ersten Stunden nach dem Nichtbestehen — was jetzt zu tun ist und was nicht

Mach als Erstes einen Screenshot oder Ausdruck deines Score-Reports, bevor du das Testcenter verlässt oder das Browserfenster beim Online-Proctoring schließt. Der Report zeigt dir pro Domäne, ob du “unter den Erwartungen”, “im erwarteten Bereich” oder “über den Erwartungen” abgeschnitten hast — genau diese Zeilen brauchst du später für deinen Lernplan, und sie sind nach dem Schließen des Fensters nicht mehr einsehbar.

Was du nicht tun solltest: den nächsten Termin noch am selben Tag buchen. Du bist emotional nicht in der Position, realistisch einzuschätzen, wie viel Zeit du wirklich brauchst. Genauso wenig hilfreich: sofort alle bisherigen Lernmaterialien wegwerfen und komplett neu anfangen, oder umgekehrt exakt dieselben Ressourcen noch einmal von vorne durcharbeiten, ohne die Domänen-Rückmeldung überhaupt anzusehen. Beides ist Aktionismus, kein Plan.

Wie häufig Nichtbestehen ist und warum das kein Sonderfall ist

AZ-104 gilt unter Administrator-Zertifizierungen als eine der praxislastigsten Prüfungen von Microsoft — sie verlangt nicht nur Wissen über Azure-Dienste, sondern Erfahrung damit, wie sich Entscheidungen in einer Domäne auf eine andere auswirken (etwa wie ein Storage-Design die Netzwerkkonfiguration einschränkt). Genau das unterscheidet sie von reinen Multiple-Choice-Grundlagenprüfungen. Wer AZ-104 nach der ersten Zertifizierung angeht oder aus einer On-Premises-Rolle kommt, unterschätzt regelmäßig, wie viel Hands-on-Zeit im Portal und in der CLI nötig ist. Ein Nichtbestehen sagt deshalb nichts über deine grundsätzliche Eignung als Administrator aus — es sagt, dass die Lücke zwischen Testvorbereitung und Prüfungsrealität noch nicht geschlossen war. Das ist ein lösbares, konkretes Problem, kein Urteil über deine Karriere.

Den Score-Report lesen: was er sagt

Der Report gliedert sich nach den offiziellen Prüfungsdomänen, unter anderem Deploy and manage Azure compute resources, Manage Azure identities and governance, Implement and manage storage, Implement and manage virtual networking und Monitor and maintain Azure resources. Für jede Domäne bekommst du eine Einstufung relativ zur erwarteten Leistung, keine Rohpunktzahl pro Frage. Diese Einstufung ist dein wichtigstes Werkzeug: Sie zeigt dir, in welchen der fünf Bereiche du am weitesten vom geforderten Niveau entfernt warst, und das bestimmt, wo dein nächster Lernblock ansetzt. Was genau als bestanden zählt und wie die Skala grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt dir unsere Seite zum Passing Score im Detail.

Was der Score-Report NICHT sagt — und welche Schlüsse deshalb falsch sind

Der Report nennt dir keine einzelnen Fragen, keine falschen Antworten und keinen Unterschied zwischen “geraten und richtig” versus “sicher gewusst”. Er sagt dir auch nicht, ob du an einer Frage zu lange gesessen hast und dadurch später unter Zeitdruck gerietst, oder ob eine Domäne knapp unter der Linie lag, weil dich zwei besonders schwere Fragen erwischt haben. Der häufigste Fehlschluss daraus: “Ich war bei Storage schwach, also brauche ich nur mehr Storage-Wissen.” Das kann stimmen — es kann aber auch bedeuten, dass genau in dieser Domäne die Fragen ungewöhnlich szenariolastig waren und dein eigentliches Problem woanders lag, etwa beim Zeitmanagement generell. Behandle die Domänen-Einstufung als Hinweis, nicht als vollständige Diagnose.

Knapp gescheitert — warum das eine andere Lage ist als deutlich gescheitert

Wenn nur eine oder zwei Domänen “unter den Erwartungen” zeigen und der Rest im erwarteten Bereich liegt, warst du nah dran. Das ist gute und schlechte Nachricht zugleich: gut, weil dein Grundverständnis trägt und du wahrscheinlich mit gezielter Nacharbeit an genau diesen ein bis zwei Domänen durchkommst. Schlecht, weil “knapp” auch bedeutet, dass ein paar unglücklich formulierte Fragen oder ein Blackout bei einer einzelnen Case Study den Unterschied gemacht haben — und du dieses Risiko beim zweiten Versuch nicht komplett wegtrainieren kannst. Die Konsequenz: Fokussiere dich auf die schwachen Domänen, aber vernachlässige die starken nicht komplett, sonst rutschen die beim zweiten Versuch unter die Linie.

Deutlich unter der Grenze: wann ein Neuanfang ehrlicher ist als Nachbessern

Zeigt der Report drei, vier oder mehr Domänen unter den Erwartungen, ist das kein Fall für punktuelles Nachbessern. Hier hilft es niemandem, sich einzureden, man müsse nur “noch ein bisschen mehr” der gleichen Materialien wiederholen. Wenn die Grundlagen in Manage Azure identities and governance und gleichzeitig in Implement and manage virtual networking fehlen, fehlt wahrscheinlich das praktische Fundament insgesamt — nicht nur Detailwissen. Ehrlicher ist dann ein Neustart der Vorbereitung mit mehr Zeit für Hands-on-Labs, eventuell mit einem strukturierten Kurs oder Microsoft-Learn-Pfad von vorne, statt mit denselben Notizen weiterzumachen, die beim ersten Mal schon nicht gereicht haben.

Die Wiederholungsregeln des Anbieters — Wartefrist, Anzahl der Versuche

Microsoft schreibt eine Wartefrist vor, bevor du AZ-104 erneut antreten darfst, und diese Frist verlängert sich mit jedem weiteren Fehlversuch. Zusätzlich gibt es eine Obergrenze für die Anzahl der Versuche innerhalb eines Kalenderjahres. Die genauen aktuellen Werte findest du direkt auf der offiziellen Microsoft-Zertifizierungsseite, denn Microsoft ändert diese Regeln gelegentlich — verlass dich nicht auf eine Zahl, die du irgendwo gelesen hast, sondern prüfe sie vor der Buchung. Wichtig für die Praxis: Diese Frist ist keine reine Formalität, sie ist zugleich die Mindestzeit, die dir realistisch bleibt, um tatsächlich etwas an deinem Wissen zu ändern.

Wann man den zweiten Termin setzt: sofort oder mit Abstand

Bei einem knappen Fehlschlag mit klar erkennbarer Lücke kannst du den frühestmöglichen Termin nach Ablauf der Wartefrist nehmen — die Zeit reicht oft, um zwei oder drei schwache Domänen gezielt aufzuarbeiten. Bei einem deutlichen Fehlschlag ist ein fixer Termin direkt nach der Wartefrist eher kontraproduktiv: Er erzeugt Druck, ohne dass die Grundlagenarbeit in der kurzen Zeit realistisch abgeschlossen werden kann. Setze den Termin in diesem Fall erst, wenn deine Übungsprüfungsergebnisse tatsächlich stabil im Zielbereich liegen — nicht nach einem festen Datum im Kalender.

Was der zweite Versuch kostet und was dabei zu bedenken ist

Der zweite Versuch ist keine kostenlose Wiederholung — du zahlst die volle Prüfungsgebühr erneut, unabhängig davon, wie knapp du beim ersten Mal gescheitert bist. Was viele dabei übersehen: Wenn du planst, ohnehin bald weitere Rollenzertifizierungen im Azure-Umfeld anzugehen, lohnt sich ein Blick auf Bundle- oder Voucher-Angebote, statt jede Prüfung einzeln zu buchen. Details zu aktuellen Gebühren und möglichen Ermäßigungen findest du auf unserer Seite zu den Prüfungskosten. Kalkuliere außerdem realistisch: Wenn du eine Schulung oder ein Praxislab zusätzlich brauchst, ist das ein zweiter Kostenblock, den du beim Timing des zweiten Versuchs mit einplanen solltest.

Online oder Testcenter beim zweiten Versuch — was für wen spricht

Wenn du beim ersten Versuch online geprüft wurdest und dabei durch die Umgebung abgelenkt warst — Familie im Haus, unruhiges Internet, Nervosität wegen der Proctoring-Software — wechsle für den zweiten Versuch ins Testcenter. Die kontrollierte Umgebung dort nimmt dir eine ganze Kategorie von Stressfaktoren ab, auch wenn der Anfahrtsweg unbequem ist. Umgekehrt: Wenn deine Umgebung stabil war und du das Online-Format gewohnt bist, gibt es keinen Grund zu wechseln — der Prüfungsinhalt unterscheidet sich zwischen beiden Modi nicht. Details zu Ablauf, Dauer und Fragetypen in beiden Modi findest du auf unserer Seite zum Prüfungsformat.

Ab welchem Ergebnis in Übungsprüfungen man bereit ist

Ein einzelnes gutes Ergebnis in einem Übungstest reicht nicht als Startsignal für die Buchung. Verlass dich erst dann auf deine Vorbereitung, wenn du über mehrere unterschiedliche Übungsprüfungen hinweg konstant deutlich über der Bestehensgrenze liegst — nicht einmal knapp drüber, sondern mit Sicherheitsabstand, weil echte Prüfungsfragen im Detail oft anders formuliert sind als Übungsfragen. Achte zusätzlich darauf, dass die Domänen-Verteilung in deinen Übungsergebnissen einigermaßen der offiziellen Gewichtung entspricht — ein starkes Gesamtergebnis, das nur durch sehr gute Werte in Deploy and manage Azure compute resources zustande kommt, während Implement and manage storage schwach bleibt, ist kein verlässliches Signal. Wie die Bestehensgrenze grundsätzlich funktioniert, erklärt unsere Seite zum Passing Score.

Welche Fragen man wiedererkennt und warum man sich darauf nicht verlassen darf

Es kommt vor, dass du beim zweiten Versuch Fragen im gleichen Stil oder sogar mit ähnlichem Szenario wiedererkennst — das ist normal, weil Microsoft mit rotierenden Fragenpools arbeitet, nicht mit einer komplett neuen Prüfung pro Versuch. Der Fehler ist, sich darauf zu verlassen und Antworten auswendig zu lernen, statt das zugrunde liegende Konzept zu verstehen. Fragenpools werden regelmäßig aktualisiert, und selbst eine wiedererkannte Fragestellung kann mit veränderten Parametern (anderer VNet-Adressbereich, andere Rollenzuweisung) eine andere Antwort verlangen. Nutze aktuelle, seriöse Übungsfragen zum Konzepttraining, nicht zum Auswendiglernen einzelner Frage-Antwort-Paare aus Foren.

Die Prüfungssprache beim zweiten Versuch

AZ-104 kannst du in mehreren Sprachen ablegen, deutsch eingeschlossen, je nach Testcenter und Buchungsoptionen. Wenn du beim ersten Versuch auf Englisch geprüft wurdest und merkst, dass dich die Fachterminologie unter Zeitdruck ausgebremst hat, prüfe vor der zweiten Buchung, ob eine deutschsprachige Prüfungsversion für deinen Termin verfügbar ist. Umgekehrt gilt: Wenn du hauptsächlich mit englischsprachiger Microsoft-Dokumentation gelernt hast, kann ein Sprachwechsel zur Prüfung selbst neue Verwirrung schaffen, weil Fachbegriffe dann anders klingen als in deinen Lernunterlagen. Entscheide das nicht spontan am Buchungsformular, sondern bewusst vor Beginn deiner Nachbereitung.

Typische Fehler beim zweiten Anlauf

Der häufigste Fehler: dieselben Materialien noch einmal in derselben Reihenfolge durcharbeiten, in der Annahme, Wiederholung allein schließe die Lücke. Der zweithäufigste: sich ausschließlich auf die im Report schwach markierten Domänen zu stürzen und die starken Domänen komplett zu ignorieren, wodurch sie beim zweiten Versuch selbst unter die Linie rutschen. Dazu kommt: zu wenig praktische Arbeit im Azure-Portal und in der Azure CLI, obwohl gerade AZ-104 stark szenariobasiert prüft. Und: den Termin aus Ungeduld zu früh setzen, bevor die Übungsergebnisse tatsächlich stabil sind.

Zeiteinteilung und Nerven im zweiten Versuch

Wer beim ersten Versuch in Zeitnot geraten ist, sollte beim zweiten Mal bewusst anders vorgehen: Fragen, bei denen du nach kurzer Überlegung unsicher bist, markieren und später zurückkehren, statt sie sofort bis zur letzten Konsequenz durchzudenken. Case-Study-Abschnitte verbrauchen überproportional viel Zeit — plane dafür bewusst ein größeres Zeitfenster ein, statt sie wie eine einzelne Frage zu behandeln. Nervosität beim zweiten Versuch ist oft größer als beim ersten, weil du jetzt weißt, wie es sich anfühlt zu scheitern — rechne aktiv damit und plane bewusst eine kurze Pause zur Mitte der Prüfung ein, wenn das Format sie zulässt.

Wie man mit dem Arbeitgeber darüber spricht

Wenn dein Arbeitgeber die Prüfungsgebühr getragen hat oder die Zertifizierung Teil deiner Rolle ist, sprich es sachlich an, statt es zu verschweigen und zu hoffen, es fällt nicht auf. Eine kurze, konkrete Formulierung reicht: Du hast die Prüfung knapp verpasst, kennst die Schwachstellen genau und hast einen Termin für den zweiten Versuch geplant. Das signalisiert Kontrolle über die Situation. Was du vermeiden solltest: dich rechtfertigen oder die Prüfung schlechtreden (“die war unfair schwer”) — das wirkt defensiv und lenkt vom eigentlichen Punkt ab, nämlich dass du einen klaren Plan hast.

Wann der Wechsel auf eine andere Zertifizierung ehrlicher ist als ein dritter Versuch

Wenn du nach zwei Versuchen weiterhin in denselben Domänen scheiterst — etwa wiederholt in Manage Azure identities and governance — trotz gezielter Nacharbeit, ist das ein Signal, das über reine Prüfungsvorbereitung hinausgeht. Möglicherweise fehlt dir die praktische Rollenerfahrung, die AZ-104 voraussetzt, weil deine aktuelle Position wenig direkten Azure-Administrationsbezug hat. In diesem Fall ist es ehrlicher, zunächst Praxiserfahrung in einem konkreten Azure-Projekt zu sammeln oder eine grundlegendere Zertifizierung anzugehen, statt ein drittes Mal mit derselben Lücke anzutreten. Ein dritter Versuch ohne veränderte Ausgangslage bringt selten ein anderes Ergebnis.

Was sich im Lernen ändern muss, damit der zweite Versuch anders ausgeht

Konkret heißt das: weniger passives Lesen von Notizen, mehr Zeit im echten Azure-Portal mit eigenen Ressourcengruppen, die du selbst aufbaust, konfigurierst und wieder abbaust. Arbeite die fünf Domänen nicht linear ab, sondern gezielt nach deiner Score-Report-Reihenfolge, angefangen bei der schwächsten. Ergänze dein Wissen mit aktuellen Übungsfragen, die du im Nachhinein durchgehst — nicht um die richtige Antwort zu merken, sondern um zu verstehen, warum die falschen Optionen falsch sind. Das ist der Unterschied zwischen “ich habe es nachgelesen” und “ich könnte es jemandem erklären”, und genau dieser Unterschied entscheidet beim zweiten Versuch.

FAQ

Wie lange sollte ich vor dem zweiten Versuch warten? Mindestens so lange, wie die von Microsoft vorgeschriebene Wartefrist es verlangt — aber richte dich zusätzlich nach deinen Übungsergebnissen, nicht nur nach dem frühestmöglichen Datum.

Kann ich dieselben Lernmaterialien für den zweiten Versuch nutzen? Teilweise, aber nicht unverändert. Nutze sie als Nachschlagewerk für die schwachen Domänen, ergänze sie aber um praktische Übungen und frische Übungsfragen, statt sie einfach noch einmal komplett durchzugehen.

Erscheint ein Nichtbestehen auf meinem Microsoft-Transkript? Dein Transkript zeigt bestandene Zertifizierungen und Versuche im Kontext deines Kontos, ein einzelnes Nichtbestehen wirkt sich nicht negativ auf andere Zertifizierungen oder deren Gültigkeit aus.

Sollte ich vor einem erneuten AZ-104-Versuch zuerst AZ-900 machen? Nur, wenn dir tatsächlich Grundlagenwissen zu Azure insgesamt fehlt, nicht als genereller Umweg. Wenn deine Schwächen konkret in Domänen wie Implement and manage virtual networking liegen, hilft AZ-900 dabei kaum weiter.

Fazit

Ein Nichtbestehen bei AZ-104 ist ein Datenpunkt, kein Urteil. Lies den Score-Report genau, unterscheide ehrlich zwischen knapp und deutlich gescheitert, nutze die Wartefrist aktiv für gezieltes Nacharbeiten statt für Grübeln, und ändere tatsächlich etwas an deiner Vorbereitung, bevor du den zweiten Termin buchst. Wer das macht, kommt beim zweiten Anlauf spürbar anders in den Prüfungsraum.

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