AZ-104 lernen: Lernplan für 30, 14 und 7 Tage — Certsqill
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AZ-104

AZ-104 lernen: Lernplan für 30, 14 und 7 Tage

CE
Certsqill Redaktion· Aktualisiert 6. September 2026· 15 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Wie lange du für AZ-104 lernen musst, hängt fast ausschließlich davon ab, ob du schon täglich mit Azure arbeitest oder bei null anfängst — nicht davon, wie “schwer” die Prüfung angeblich ist. Wer noch nie ein VNet konfiguriert hat, braucht realistisch 30 Tage mit echter Hands-on-Zeit. Wer im Job schon RBAC, Storage Accounts und VMs verwaltet, kommt mit 14 Tagen fokussiertem Review hin. Ein 7-Tage-Sprint funktioniert nur, wenn du die Inhalte im Kopf schon hast und lediglich Prüfungsformat, Lücken und Tempo trainieren musst. In allen drei Fällen entscheidet nicht die Menge der gelernten Stunden, sondern ob du die zwei höchstgewichteten Domänen — Compute (22,5%) und Identities/Governance (22,5%) — wirklich sicher beherrschst, bevor du überhaupt an die Restzeit denkst.

Welcher Zeitrahmen zu welcher Ausgangslage passt

Es gibt drei realistische Ausgangslagen, und die Selbsteinschätzung entscheidet über den Plan — nicht der Kalender.

Azure-Neuling, kein Cloud-Hintergrund. Du hast vielleicht mit On-Prem-Windows-Server oder VMware gearbeitet, aber noch nie ein Azure-Abo aktiv genutzt. Für dich ist der 30-Tage-Plan das Minimum, nicht die komfortable Option. Der Grund ist nicht der Stoffumfang an sich, sondern dass du parallel zum Auswendiglernen ein mentales Modell aufbauen musst — wie Resource Groups, Subscriptions und Management Groups zusammenhängen, wie NSGs und Routing sich gegenseitig beeinflussen. Das lässt sich nicht komprimieren, ohne dass es beim ersten Szenario mit zwei verschachtelten Bedingungen zusammenbricht.

IT-Generalist mit etwas Azure-Berührung. Du hast schon VMs deployed, vielleicht ein Storage Account eingerichtet, kennst Azure AD (Entra ID) aus der Praxis, aber Networking oder Monitoring sind für dich Neuland. Der 14-Tage-Plan ist dein Format. Du überspringst die Grundlagen-Wiederholung bei den Domänen, die du im Job täglich anfasst, und konzentrierst die Zeit auf die Lücken.

Erfahrener Azure-Administrator, der nur das Zertifikat braucht. Du verwaltest produktive Azure-Umgebungen, kennst die Portal-Oberfläche im Schlaf, nutzt CLI oder PowerShell regelmäßig. Für dich ist die Prüfung eine Formalisierung von Wissen, das schon da ist. Der 7-Tage-Sprint reicht — vorausgesetzt, eine Diagnose-Prüfung am ersten Tag bestätigt das auch tatsächlich.

Zum Material: Die englischsprachige Referenz ist der Microsoft Press “Exam Ref AZ-104”. Es gibt kein aktuelles, gutes deutschsprachiges Äquivalent — vorhandene deutsche AZ-104-Bücher sind entweder veraltet (alte Prüfungsversion) oder Übersetzungen mit spürbarer Verzögerung zum aktuellen Stoff. Wer mit Deutsch als Lernsprache besser fährt, kombiniert deutschsprachige Video-Kurse für die Konzepte mit dem englischen Buch als Nachschlagewerk, statt auf ein deutsches Buch zu warten, das den aktuellen Prüfungsstand abbildet.

Wie man die Domänen nach Gewicht und eigener Schwäche sortiert

Die offizielle Gewichtung ist keine Nebeninformation, sie ist deine Priorisierungslogik:

  • Deploy and manage Azure compute resources — 22,5%
  • Manage Azure identities and governance — 22,5%
  • Implement and manage storage — 17,5%
  • Implement and manage virtual networking — 17,5%
  • Monitor and maintain Azure resources — 12,5%

Die Regel, die daraus folgt: Priorität = Gewicht × eigene Schwäche. Eine Domäne mit hohem Gewicht, in der du schon gut bist, bekommt wenig zusätzliche Zeit. Eine Domäne mit niedrigem Gewicht, in der du bei null stehst, bekommt trotzdem einen Block — aber einen kleineren als eine gleich schwache Domäne mit hohem Gewicht.

Konkret: Wenn eine erste Diagnose-Runde mit Übungsfragen zeigt, dass du bei Identities/Governance (22,5%) schwach bist, aber bei Monitoring (12,5%) auch — dann geht die erste, größere Zeitscheibe an Identities/Governance. Nicht weil Monitoring unwichtig wäre, sondern weil die gleiche Stunde dort weniger Prüfungsprozentpunkte bewegt.

Der zweite Fehler, den diese Sortierung verhindert: Storage und Networking (je 17,5%) werden oft unterschätzt, weil sie “technischer” wirken als Identities. Tatsächlich generieren sie zusammen 35% der Prüfung — mehr als jede einzelne der beiden Top-Domänen allein. Wer nur Compute und Identities paukt, weil die einzeln am schwersten wiegen, verpasst, dass Storage + Networking kombiniert die größere Punktemasse sind.

Ein Plan für 30 Tage, nach Wochen gegliedert

Der 30-Tage-Plan ist kein gleichmäßiges Verteilen von Stoff über vier Wochen — jede Woche hat eine andere Funktion.

Woche 1 (Tag 1-7): Fundament — Compute und Identities. Hier baust du das mentale Modell auf, das später alles trägt: Resource Groups, Subscriptions, Management Groups, RBAC-Rollenzuweisung, Azure AD/Entra-ID-Grundlagen, VM-Deployment inklusive Availability Sets und Scale Sets. Arbeite mit einem kostenlosen Azure-Sandbox-Abo oder dem Free-Tier, nicht nur mit Lesestoff — wer RBAC nur liest statt eine Rollenzuweisung tatsächlich im Portal zu setzen, merkt sich die Szenario-Logik nicht.

Woche 2 (Tag 8-14): Storage und Networking — die schwierigsten Themen. Storage-Redundanzoptionen (LRS, ZRS, GRS, RA-GRS) mit ihren jeweiligen Failover-Eigenschaften, Access Tiers, Lifecycle-Management, dann VNet-Peering, NSGs samt Regel-Priorität, Routing-Tabellen, Load Balancer vs. Application Gateway. Das ist der Stoff, an dem die meisten 30-Tage-Lerner hängen bleiben, weil hier die meisten “es kommt darauf an”-Szenarien stecken.

Woche 3 (Tag 15-21): Monitoring plus erste ernsthafte Übungsprüfungen. Azure Monitor, Log Analytics, Alerts, Backup- und Recovery-Konzepte (RTO/RPO), dazu die erste vollständige, zeitlich simulierte Übungsprüfung. Ab hier wechselt der Fokus von “neuen Stoff lernen” zu “Szenario-Fragen-Technik trainieren” — also lange Fragetexte schnell auf die eigentliche Entscheidung reduzieren.

Woche 4 (Tag 22-30): Finale Vorbereitung. Zwei bis drei weitere vollständige Übungsprüfungen, systematische Analyse jeder falsch beantworteten Frage nach Domäne, gezielte Wiederholung der schwächsten Bereiche, letzte Woche wie unten beschrieben.

Häufigster Fehler in diesem Plan: In Woche 4 noch neuen Stoff aufmachen, weil eine Übungsprüfung eine Lücke zeigt, die vorher nie sichtbar war. Die richtige Reaktion ist ein gezielter 2-3-Stunden-Block zu genau diesem Unterthema, nicht ein Zurückspulen der ganzen Domäne.

Ein verdichteter Plan für 14 Tage

14 Tage funktionieren nur, wenn du keine Domäne komplett neu lernst, sondern gezielt Lücken schließt.

Woche 1 (Tag 1-7):

  • Tag 1-2: Diagnose-Übungsprüfung, Ergebnis nach Domäne aufschlüsseln, Prioritätenliste erstellen wie oben beschrieben.
  • Tag 3-4: Compute und Identities/Governance — Fokus ausschließlich auf die Lücken aus der Diagnose, nicht auf Vollständigkeit.
  • Tag 5-6: Storage und Networking, gleiche Logik.
  • Tag 7: Zweite Übungsprüfung, um zu sehen, ob sich der Score seit Tag 1 messbar bewegt hat.

Woche 2 (Tag 8-14):

  • Tag 8-9: Monitoring plus gezielte Wiederholung der in Woche 1 identifizierten Schwachstellen.
  • Tag 10-11: Dritte Übungsprüfung, Fehleranalyse, Konsolidierung.
  • Tag 12: Vierte Übungsprüfung, diesmal streng zeitlich simuliert.
  • Tag 13: Letzte Wiederholung der Notizen zu Falschantworten — nicht neuer Stoff.
  • Tag 14: Letzte Woche vor der Prüfung beginnt hier bereits, siehe unten.

Der Unterschied zum 30-Tage-Plan ist nicht “weniger Domänen”, sondern weniger Zeit pro Domäne und ein früherer Start mit Übungsprüfungen. Wer 14 Tage plant und die erste Übungsprüfung erst an Tag 10 macht, hat sich selbst die Zeit gestohlen, um auf das Ergebnis zu reagieren.

Der Notfallplan für 7 Tage — und was man dabei bewusst weglässt

Der 7-Tage-Sprint ist kein komprimierter 30-Tage-Plan. Er ist ein anderes Spiel: Du trainierst Abruf und Prüfungsformat, nicht Grundlagenwissen.

  • Tag 1: Volle Diagnose-Übungsprüfung ohne Vorbereitung. Das Ergebnis entscheidet den Rest der Woche — wenn hier eine Domäne katastrophal ausfällt, wird dieser 7-Tage-Plan unrealistisch und du solltest ehrlich auf 14 Tage umschwenken.
  • Tag 2: Die beiden höchstgewichteten Domänen, Compute und Identities/Governance, mit Fokus auf die in der Diagnose sichtbaren Lücken.
  • Tag 3: Szenario-Fragen-Technik — wie man lange Fragetexte auf die relevante Bedingung reduziert, plus erste gezielte Übungsfragen zu Networking.
  • Tag 4: Zweithöchste Domänen (Storage, Networking) plus eine zweite Übungsprüfung.
  • Tag 5: Systematische Analyse aller bisher falsch beantworteten Fragen, gruppiert nach Domäne — nicht noch mehr neue Fragen.
  • Tag 6: Volle, zeitlich simulierte Übungsprüfung plus letzte Konsolidierung der Schwachstellen.
  • Tag 7: Prüfungstagvorbereitung, siehe unten.

Was bewusst wegfällt, und warum das okay ist: Detaillierte Storage-Redundanz-Edge-Cases (z. B. seltene Kombinationen aus Access Tier und Lifecycle-Regel), tiefe Azure-Monitor-Workbook-Konfiguration, und das Auswendiglernen exotischer CLI-Parameter. Diese Themen kosten unverhältnismäßig viel Zeit für wenige Punkte, weil sie in der Prüfung selten und meist nur in einer von mehreren Antwortoptionen auftauchen. In 7 Tagen ist die Zeit für die Domänen mit dem größten Gewicht besser investiert als für die Vollständigkeit in einer 12,5%-Domäne.

Die letzte Woche vor der Prüfung

Diese Woche ist unabhängig vom vorherigen Plan — egal ob du 30, 14 oder 7 Tage insgesamt hattest, die letzten sieben Tage vor dem Termin folgen der gleichen Logik.

  • Tag 7 vor der Prüfung: Eine vollständige, zeitlich simulierte Diagnose-Übungsprüfung. Das ist der ehrlichste Status-Check, den du hast.
  • Tag 6: Die schwächste Domäne aus dieser Prüfung bekommt den größten Zeitblock des Tages.
  • Tag 5: Szenario-Strategie wiederholen — Priorität liegt darauf, Fragen mit “am meisten geeignet” oder “am kosteneffizientesten” korrekt zu interpretieren, weil genau diese Formulierungen in AZ-104-Szenarien häufig zu Fehlern führen.
  • Tag 4: Zweite volle Übungsprüfung, danach ausschließlich Fehleranalyse — jede falsche Antwort bekommt eine Notiz, warum sie falsch war, nicht nur was richtig gewesen wäre.
  • Tag 3: Konsolidierung der Themen, die in beiden Übungsprüfungen aufgetaucht sind — das sind erfahrungsgemäß die Themen mit der höchsten Wiederholungswahrscheinlichkeit.
  • Tag 2: Leichte Wiederholung, keine neuen Themen mehr. Kurze Blicke auf deine eigenen Notizen, keine neuen Kursmodule.
  • Tag 1 (Vorabend): Siehe nächster Abschnitt.

Wenn du an Tag 7 dieser Woche merkst, dass eine Domäne komplett fehlt — nicht schwach, sondern fehlt —, ist das der Moment, ehrlich zu prüfen, ob eine Verschiebung des Termins die bessere Entscheidung ist. Dazu mehr weiter unten.

Der Tag davor und der Prüfungstag selbst

Am Vorabend gilt eine einzige Regel: kein neuer Stoff. Alles, was du am Abend vor der Prüfung zum ersten Mal liest, verwirrt mehr als es hilft, weil es ohne Kontext im Kopf schwimmt. Stattdessen: kurzer Blick auf deine eigene Zusammenfassung (nicht auf neue Quellen), früh schlafen, und bei einer Online-Prüfung die technischen Voraussetzungen checken — Ausweis griffbereit, ruhiger Raum, Kamera und Internetverbindung getestet. Bei einer Prüfung im Testcenter: Anfahrt und Ausweisdokumente am Vorabend klären, nicht am Morgen.

Am Prüfungstag selbst zählt Zeitmanagement mehr als zusätzliches Wissen. AZ-104 enthält neben den regulären Fragen auch praktische Aufgaben im echten Azure-Portal — wie viele Fragen, wie die Zeit genau verteilt ist und wie der Aufbau im Detail funktioniert, steht auf der Prüfungsformat-Seite. Die praktische Konsequenz: Plane bewusst Pufferzeit für die Portal-Aufgaben ein, sie lassen sich nicht durch Raten abkürzen wie eine Multiple-Choice-Frage.

Zur Frage, ob man bei Unsicherheit rät: Ja. Es gibt keinen Vorteil darin, eine Frage unbeantwortet zu lassen. Markiere sie zur Überprüfung, wenn die Zeit es erlaubt, aber gib immer eine Antwort ab, bevor du weitergehst. Was als bestanden gilt, ist auf der Passing-Score-Seite erklärt — plane deine Zeit während der Prüfung danach, nicht nach einem Gefühl.

Wenn während einer Online-Prüfung technische Probleme auftreten (Verbindungsabbruch, Systemfehler), unterbrich nicht eigenmächtig, sondern folge den Anweisungen des Prüfungssystems bzw. kontaktiere den Support-Kanal, der beim Prüfungsstart angezeigt wird — das ist der einzige Weg, wie ein Abbruch nicht als abgebrochener Versuch zählt.

Lernen neben einem Vollzeitjob: wo die Zeit realistisch herkommt

Der ehrliche Zeitplan neben einem Vollzeitjob sieht nicht wie “zwei Stunden abends” aus, weil abends nach acht Stunden Arbeit die Konzentration für Networking-Szenarien meist schon weg ist. Realistischere Blöcke:

  • Früh, vor der Arbeit (30-45 Minuten): Neue Konzepte lesen oder ein Modul ansehen — der Kopf ist frisch, das eignet sich für Stoff, der Verständnis statt Wiederholung braucht.
  • Mittagspause (20-30 Minuten): Übungsfragen, kein neuer Stoff. Kurze Einheiten, die sich gut in eine Pause quetschen lassen.
  • Pendelzeit: Audio- oder Video-Kurse zum passiven Wiederholen, nicht für Erstlektüre komplexer Themen wie NSG-Regel-Priorität — das braucht volle Aufmerksamkeit.
  • Wochenende: Der Hands-on-Block. Zwei bis drei Stunden am Samstag oder Sonntag im echten Azure-Portal, nicht am Wochentagabend. Labs brauchen zusammenhängende Zeit, nicht 20-Minuten-Fragmente.

Der größte Zeitfresser, den Vollzeitberufstätige unterschätzen: die Zeit, die es kostet, sich nach der Arbeit erst wieder in den Lernmodus zu versetzen. Ein fester Ritus (gleicher Ort, gleiche erste Aktion, z. B. sofort die letzte Übungsfrage öffnen statt erst E-Mails checken) spart hier mehr Zeit als eine zusätzliche halbe Stunde Lernzeit.

Wie man Übungsfragen einsetzt, ohne sie auswendig zu lernen

Übungsfragen haben zwei völlig unterschiedliche Funktionen, und die meisten Lerner nutzen nur eine davon.

Funktion 1: Diagnose. Eine erste Runde mit Übungsfragen ohne Vorbereitung zeigt dir, wo du wirklich stehst — nicht wo du dich fühlst. Das Ergebnis bestimmt deine Domänen-Priorität, siehe oben.

Funktion 2: Reasoning-Training. Hier liegt der Fehler, den fast jeder macht: Man merkt sich, dass “Antwort C” bei einer bestimmten Frage richtig war, statt zu verstehen, warum sie richtig war. AZ-104-Szenariofragen ändern Details — die Frage zur NSG-Regel-Priorität kommt selten wortgleich wieder, aber das Prinzip (niedrigste Prioritätsnummer gewinnt, explizite Regeln schlagen implizite) taucht in anderer Verkleidung wieder auf. Wer die Antwort statt der Regel lernt, scheitert an der Umformulierung.

Praktisch heißt das: Nach jeder falsch beantworteten Frage nicht nur die richtige Antwort lesen, sondern laut (oder schriftlich) erklären, warum die anderen drei Optionen falsch sind. Wenn das nicht gelingt, ist die Regel noch nicht verstanden — dann zurück zum Lernstoff dieser spezifischen Unterregel, nicht zur ganzen Domäne.

Zeitpunkt der Wiederholung falsch beantworteter Fragen: nicht sofort. Nach 24-48 Stunden erneut stellen zeigt, ob das Prinzip sitzt oder du dir nur die Antwortposition gemerkt hast.

Wie oft und wann man wiederholt, damit es hängen bleibt

Konzepte, die einmal gelesen und nie wieder angefasst werden, sind nach einer Woche wieder weg — das ist bei Azure-Konzepten nicht anders als bei allem anderen. Ein Rhythmus, der für AZ-104 funktioniert:

  • Tag des Lernens: Erstkontakt mit dem Thema, idealerweise mit einer Hands-on-Aktion im Portal verbunden.
  • +1 Tag: Kurze aktive Wiederholung — nicht nochmal lesen, sondern aus dem Kopf aufschreiben oder erklären.
  • +3 Tage: Zweite Wiederholung, diesmal in Form von Übungsfragen zu genau diesem Thema.
  • +7 Tage: Dritte Wiederholung, kombiniert mit einem verwandten Thema (z. B. NSGs zusammen mit Routing-Tabellen), um die Verbindung zwischen beiden zu festigen.
  • Letzte Woche vor der Prüfung: Finale Wiederholung aller Themen, die in diesem Rhythmus mehrfach aufgetaucht sind.

Für Befehlssyntax (PowerShell-Cmdlets, Azure-CLI-Kommandos) gilt eine andere Regel als für Konzepte: Auswendiglernen der exakten Syntax lohnt sich kaum, weil AZ-104 in der Regel das Verständnis testet, welcher Befehlstyp für welches Szenario passt, nicht die exakte Parameterreihenfolge. Zeit hier besser in Verständnis der Unterschiede zwischen CLI und PowerShell-Ansatz investieren (z. B. wann Idempotenz oder Pipeline-Verarbeitung den Unterschied macht) als in reines Auswendiglernen von Flags.

Woran man merkt, dass der Plan nicht aufgeht, und was man dann ändert

Vier Warnsignale, die eine Planänderung rechtfertigen — nicht Durchhalten um jeden Preis:

Signal 1: Die gleiche Domäne fällt in zwei aufeinanderfolgenden Übungsprüfungen durch. Das ist kein Zufall mehr, sondern ein echtes Verständnisproblem. Konsequenz: Diese Domäne bekommt einen dedizierten Extra-Block, auch wenn das den Zeitplan für andere Themen verkürzt.

Signal 2: Der Übungsprüfungs-Score bewegt sich über mehrere Tage nicht. Wenn du drei Tage lang lernst und der Score bleibt stehen, lernst du wahrscheinlich passiv (nur lesen) statt aktiv (Hands-on, Erklären, Anwenden). Wechsle die Methode, nicht das Tempo.

Signal 3: Du kannst ein Konzept nicht in eigenen Worten erklären. Wenn du eine Regel — etwa wie NSG-Prioritäten mit Subnetz- und NIC-Ebene zusammenspielen — nicht einem Kollegen erklären könntest, hast du sie nicht wirklich verstanden, sondern nur die Quelle gelesen. Das ist der zuverlässigste Test, den es gibt.

Signal 4: Eine ganze Domäne ist in der letzten Planwoche noch unberührt. Das ist der Moment für eine ehrliche Entscheidung: Termin verschieben oder die Domäne mit reduziertem Anspruch (nur die häufigsten Szenarien, nicht die Vollständigkeit) abdecken. Eine Domäne komplett auslassen ist bei 12,5%-17,5% Gewichtung riskanter, als den Termin um eine Woche zu verschieben.

Die grundsätzliche Änderung bei allen vier Signalen ist die gleiche: mehr Hands-on, weniger passives Lesen, und eine ehrliche Neubewertung des Zeitplans statt eines “ich schaffe das schon irgendwie”.

Wann man den Termin buchen sollte

Buche den Termin nicht am ersten Tag deines Studienplans, sondern nachdem eine erste vollständige, zeitlich simulierte Übungsprüfung ein Ergebnis liefert, das konsistent über die Marke liegt, die auf der Passing-Score-Seite beschrieben ist — und zwar in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Durchläufen, nicht nur einmal.

Der Grund für “zwei Durchläufe”: Ein einzelnes gutes Ergebnis kann Zufall sein — eine Übungsprüfung, die zufällig deine Stärken trifft. Zwei aufeinanderfolgende, konsistente Ergebnisse zeigen, dass das Wissen stabil ist, nicht nur an einem guten Tag abrufbar.

Der zweite Grund, früh zu buchen, sobald dieser Punkt erreicht ist: Ein fixer Termin erzeugt einen Deadline-Effekt, der die letzte Woche fokussierter macht als ein vages “irgendwann bald”. Wer ohne festen Termin lernt, schiebt die letzte, unangenehmste Domäne tendenziell immer weiter vor sich her.

FAQ

Kann ich AZ-104 wirklich in 7 Tagen lernen? Nur wenn eine Diagnose-Prüfung an Tag 1 zeigt, dass die Grundlagen schon da sind und lediglich Format, Tempo und einzelne Lücken fehlen. Als Einstieg in Azure ohne Vorerfahrung ist 7 Tage unrealistisch — nicht weil der Stoff zu viel ist, sondern weil das mentale Modell für Szenariofragen Zeit braucht, die sich nicht komprimieren lässt.

Was, wenn ich bei Übungsprüfungen während der Vorbereitung durchfalle? Das ist normal und sogar nützlich — eine Übungsprüfung, die du bestehst, ohne etwas zu lernen, hat ihren Zweck verfehlt. Wichtig ist die Fehleranalyse danach: jede falsche Antwort nach Domäne sortieren und in den nächsten Lernblock einfließen lassen, statt einfach die nächste Übungsprüfung zu starten.

Soll ich PowerShell- und CLI-Befehle auswendig lernen? Nein, nicht die exakte Syntax. Verstehe, wann welcher Ansatz für ein Szenario sinnvoll ist (Automatisierung, Pipeline, Idempotenz) — das wird geprüft, nicht die exakte Parameterschreibweise.

Kann ich das Azure-Portal während der Prüfung nutzen? Für die praktischen Aufgaben ja, das ist Teil des Prüfungsformats. Details zu Aufbau und Ablauf stehen auf der Prüfungsformat-Seite.

Was passiert bei technischen Problemen während einer Online-Prüfung? Folge den Anweisungen des Prüfungssystems bzw. dem angezeigten Support-Kanal, statt die Prüfung eigenmächtig zu verlassen — nur so bleibt der Versuch korrekt dokumentiert.

Fazit

Wähle den Plan nach ehrlicher Selbsteinschätzung, nicht nach dem Termin, den du dir wünschst — eine falsch gewählte Zeitspanne merkt man erst in der letzten Woche, wenn es zu spät zum Umplanen ist. Buche den Termin erst, wenn zwei aufeinanderfolgende Übungsprüfungen konsistent über der Bestehensgrenze liegen, und nutze die Zeit bis dahin für Hands-on-Arbeit im Portal, nicht für zusätzliches Lesen.

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