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AZ-900 lernen: Der Lernplan bis zum Prüfungstermin

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Certsqill Redaktion· Aktualisiert 6. September 2026· 15 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Wie du AZ-900 lernst, hängt fast ausschließlich davon ab, wie viel Zeit du hast und was du schon mitbringst — nicht davon, welcher Plan “der beste” ist. Mit Vorwissen aus IT-Betrieb oder Cloud-Berührung reichen 14 Tage, ohne jede Vorerfahrung solltest du mit 30 Tagen rechnen, und 7 Tage funktionieren nur als Notfallplan mit bewusstem Verzicht auf Tiefe. In jedem Zeitrahmen gilt dieselbe Reihenfolge: zuerst Cloud Concepts als Fundament, dann Azure-Architektur und -Services als schwerste Domäne, dann Management und Governance, danach Übungsfragen zur Kontrolle — nie umgekehrt. Wie viele Fragen dich im Test erwarten und wie die Zeit verteilt ist, steht auf unserer Seite zum Prüfungsformat, den nötigen Punktestand findest du auf der Seite zur Bestehensgrenze — beides muss dich hier nicht mit Zahlen aus zweiter Hand versorgen.

Welcher Zeitrahmen zu welcher Ausgangslage passt

Die Frage “30, 14 oder 7 Tage?” beantwortet sich nicht über Wunschdenken, sondern über drei ehrliche Signale:

30 Tage passt, wenn du noch nie mit einer Cloud-Konsole gearbeitet hast, IaaS/PaaS/SaaS für dich nur Buchstaben sind und du Begriffe wie CapEx/OpEx oder Skalierbarkeit nicht aus dem Stand erklären kannst. Auch wenn du berufsbedingt wenig Zeit pro Tag hast (siehe Abschnitt zum Vollzeitjob), ist 30 Tage der Plan, der ohne Nachtschichten funktioniert.

14 Tage passt, wenn du schon mit Servern, Netzwerken oder einer anderen Cloud (AWS, GCP) gearbeitet hast und die Konzepte dahinter kennst — dir fehlt dann nur das Azure-spezifische Vokabular: Resource Groups, VNets, RBAC, Azure Policy. Du überspringst nicht die Inhalte, aber du brauchst pro Thema deutlich weniger Wiederholungen.

7 Tage passt nur, wenn du bereits aktiv mit Azure arbeitest — im Job, im Studium, in einem Nebenprojekt — und AZ-900 für dich eher eine Formalisierung von Wissen ist, das schon da ist, als ein Lernprozess von null. Wer ohne jede Cloud-Erfahrung in 7 Tagen bestehen will, verwechselt einen Sprint mit einem Wunder — der Plan unten zeigt dir, was in 7 Tagen realistisch geht und was du dafür bewusst opferst.

Die Faustregel: Wenn du bei der Frage “Was ist der Unterschied zwischen IaaS und PaaS?” länger als fünf Sekunden brauchst, bist du im 30-Tage-Szenario, kein Testtaktik-Trick rettet das in einer Woche.

Wie man die Domänen nach Gewicht und eigener Schwäche sortiert

AZ-900 hat drei Domänen, und ihre Gewichtung ist die einzige verlässliche Priorisierungsgrundlage, die es gibt:

  • Describe Azure architecture and services — 37,5 %
  • Describe Azure management and governance — 32,5 %
  • Describe cloud concepts — 27,5 %

Der Fehler, den fast jeder macht: Zeit strikt proportional zur Gewichtung verteilen. Das ist falsch, wenn deine Schwächen nicht gleich verteilt sind. Die richtige Formel ist Gewicht × Unsicherheit, nicht Gewicht allein.

Konkretes Beispiel: Ein Netzwerk-Admin kennt VNets, Load Balancer und Compute-Optionen bereits intuitiv — die 37,5-%-Domäne ist für ihn die leichteste, obwohl sie am schwersten wiegt. Seine eigentliche Schwäche liegt fast immer in der 32,5-%-Domäne: RBAC vs. Azure Policy vs. Management Groups vs. Blueprints — vier Governance-Werkzeuge, die sich in der Theorie ähneln und in Prüfungsfragen ständig verwechselt werden. Für ihn ist Governance die Domäne, die überproportional Zeit bekommen sollte, obwohl sie nicht die höchste Gewichtung trägt.

Umgekehrt: Wer aus einem reinen Business- oder Projektmanagement-Hintergrund kommt, tut sich oft mit Cloud Concepts (27,5 %) am leichtesten — Begriffe wie Skalierbarkeit oder Verfügbarkeit sind vertrautes Vokabular —, kämpft aber mit der Architektur-Domäne, weil dort technische Services (Storage-Tiers, Compute-Optionen, Netzwerk-Grundlagen) konkret benannt und unterschieden werden müssen.

Praktisch heißt das: Mach vor jedem Plan unten einen kurzen Selbsttest pro Domäne (zehn Minuten, ehrlich beantwortet, keine Nachschlagewerke). Die Domäne mit der schlechtesten Kombination aus hoher Gewichtung und niedrigem Selbstvertrauen bekommt den ersten und den längsten Zeitblock — nicht die Domäne, die zufällig zuerst im Lehrplan steht.

Ein Plan für 30 Tage, nach Wochen gegliedert

Woche 1 (Tag 1–7) — Fundament: Cloud Concepts Ziel ist, die 27,5-%-Domäne so zu verankern, dass sie in den folgenden Wochen nicht mehr aktiv gelernt, sondern nur noch wiederholt werden muss. Themen: Shared Responsibility Model, IaaS/PaaS/SaaS-Abgrenzung, CapEx vs. OpEx, Hochverfügbarkeit, Skalierbarkeit, Fault Tolerance vs. Disaster Recovery. Tag 7: erster kurzer Domänen-Check nur zu diesem Bereich, nicht zur Gesamtprüfung.

Woche 2 (Tag 8–14) — Tiefe: Azure-Architektur und -Services Das ist die 37,5-%-Domäne und die arbeitsintensivste Woche. Kernthemen: Compute-Optionen (VMs, App Service, Containers, Functions) und wann welche sinnvoll ist, Storage-Typen (Blob, Files, Disks) mit ihren Zugriffs-Tiers, Netzwerk-Grundlagen (VNets, Peering, VPN Gateway, ExpressRoute auf konzeptioneller Ebene), Identität (Azure AD/Entra ID-Grundlagen, Authentifizierung vs. Autorisierung). Diese Woche braucht Wiederholung in kleinen Einheiten, nicht einen einzigen langen Lernblock — Services verwechseln sich sonst gegenseitig.

Woche 3 (Tag 15–21) — Governance und erste Praxisfragen Jetzt die 32,5-%-Domäne: Kostenmanagement-Werkzeuge (Pricing Calculator vs. TCO Calculator — nicht deren genaue Zahlen, sondern wofür welches Tool da ist), RBAC, Azure Policy, Resource Locks, Management Groups, Blueprints, Compliance-Grundlagen. Parallel dazu beginnst du mit szenariobasierten Übungsfragen aus der Woche-1- und Woche-2-Domäne — nicht zum Testen, sondern um zu sehen, wie Konzepte in Fragen verpackt werden. Nutze dafür unsere Übungsfragen: /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/practice-questions/.

Woche 4 (Tag 22–30) — Refinement und volle Prüfungssimulation Zwei bis drei vollständige Übungsprüfungen unter Zeitdruck (Format und Zeitrahmen: /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/exam-format/), danach konsequente Fehleranalyse — nicht nur “richtig/falsch”, sondern warum jede falsche Option falsch war. Die letzten zwei bis drei Tage dieser Woche gehören ausschließlich deinen tatsächlichen Schwachstellen aus den Übungsprüfungen, nicht einem generischen Gesamt-Review.

Häufigster Fehler in diesem 30-Tage-Rahmen: Woche 1 wird zu ausführlich betrieben (Cloud Concepts ist die leichteste Domäne, aber Lernende bleiben dort aus Wohlfühl-Gründen hängen), wodurch Woche 2 und 3 unter Zeitdruck geraten. Wenn du merkst, dass du in Woche 1 noch am Tag 10 bist, hast du dein eigentliches Problem schon gefunden.

Ein verdichteter Plan für 14 Tage

14 Tage funktionieren, wenn Vorwissen vorhanden ist — der Plan verdichtet nicht durch Weglassen von Inhalten, sondern durch Wegfall von Wiederholungsschleifen, die bei 30 Tagen für absolute Anfänger nötig sind.

Woche 1 (Tag 1–7) — Cloud Concepts und Architektur kombiniert Tag 1–2: Cloud Concepts komplett (Shared Responsibility, IaaS/PaaS/SaaS, CapEx/OpEx, Hochverfügbarkeit) — bei Vorwissen reicht ein zügiger Durchgang statt einer vollen Woche. Tag 3–6: Azure-Architektur und -Services, die 37,5-%-Domäne, im Detail — Compute, Storage, Netzwerk, Identität. Tag 7: erste vollständige Übungsprüfung als Diagnose, nicht als Bestehenstest. Das Ergebnis bestimmt, wohin Woche 2 fließt.

Woche 2 (Tag 8–14) — Governance, Praxis, Verfeinerung Tag 8–10: Management und Governance (32,5 %) — RBAC, Policy, Management Groups, Kostenmanagement-Tools. Tag 11: zweite Übungsprüfung. Tag 12: Fehleranalyse aus beiden Prüfungen, gezielt auf die Domäne mit den meisten Fehlern. Tag 13: dritte, kürzere Übungsrunde nur zu den Schwachstellen. Tag 14: leichtes Review, keine neuen Inhalte mehr.

Was hier bewusst wegfällt gegenüber dem 30-Tage-Plan: ausführliche Exkurse in Nebenservices (Azure Arc im Detail, hybride Szenarien über das Grundverständnis hinaus), mehrfaches Neu-Lernen derselben Konzepte aus verschiedenen Quellen. Ein Konzept einmal richtig verstanden reicht — bei 30 Tagen hast du Zeit für Redundanz, bei 14 Tagen nicht.

Der Notfallplan für 7 Tage — und was man dabei bewusst weglässt

Der 7-Tage-Plan ist kein komprimierter 30-Tage-Plan — er ist eine andere Strategie: maximale Punktzahl pro investierter Stunde, nicht vollständige Abdeckung.

Tag 1: Diagnostik. Eine kurze Übungsprüfung ohne Vorbereitung, nur um zu sehen, wo du stehst. Das Ergebnis entscheidet über die Gewichtung der restlichen sechs Tage — nicht die offizielle Domänengewichtung allein.

Tag 2: Azure-Architektur und -Services (37,5 %) — der größte Hebel, weil er am schwersten wiegt. Fokus auf Compute, Storage, Netzwerk, Identität, ohne Exkurse.

Tag 3: Management und Governance (32,5 %) — RBAC, Policy, Management Groups, Kostenwerkzeuge auf konzeptioneller Ebene.

Tag 4: Cloud Concepts (27,5 %) — meist die schnellste Domäne, weil sie am wenigsten technisches Detailwissen verlangt. Danach die erste volle Übungsprüfung.

Tag 5: Fehleranalyse der Übungsprüfung, ausschließlich auf die schwächste Domäne fokussiert.

Tag 6: Zweite Übungsprüfung plus gezielte Nacharbeit der verbleibenden Lücken.

Tag 7: Leichtes Review, kein neuer Stoff, mentale Vorbereitung (siehe unten).

Was du in 7 Tagen bewusst weglässt: detaillierte Preismodelle und Rechner-Mechanik (das Konzept “es gibt einen Pricing Calculator und einen TCO Calculator” reicht, die genaue Bedienung nicht), Randservices, die selten geprüft werden, mehrfaches Wiederholen bereits sitzender Inhalte, und jede Form von Auswendiglernen einzelner Fragen aus Übungspools. AZ-900 prüft Konzeptverständnis, keine Bedienung der Azure-Konsole — das ist der einzige Grund, warum 7 Tage überhaupt realistisch sein können.

Die letzte Woche vor der Prüfung

Wichtig: Das hier ist nicht dasselbe wie der 7-Tage-Notfallplan oben. Der Notfallplan startet bei null, dieser Abschnitt ist die letzte Woche für alle, die bereits einen 30- oder 14-Tage-Plan durchlaufen haben — es geht um Feinjustierung, nicht um Grundlagenaufbau.

7 Tage vor der Prüfung: vollständige, realistische Diagnoseprüfung unter Zeitbedingungen aus dem Prüfungsformat (/de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/exam-format/).

6 Tage vorher: gezielte Arbeit an der schwächsten Domäne aus der Diagnose — nicht an der, die dir am meisten Sorgen macht gefühlt, sondern an der, wo die Zahlen es zeigen.

5 Tage vorher: Strategie für szenariobasierte Fragen. AZ-900 stellt viele Fragen als kleine Fallbeispiele (“Ein Unternehmen möchte X — welcher Service passt?”) — übe explizit, das eigentliche Konzept hinter der Geschichte zu erkennen, statt auf Schlüsselwörter zu reagieren.

4 Tage vorher: zweite Übungsprüfung, danach vollständige Fehleranalyse — jede falsche Antwort bekommt eine schriftliche Begründung in eigenen Worten.

3 Tage vorher: Konsolidierung der drei Domänen in eigenen, kurzen Zusammenfassungen — keine neuen Quellen mehr, nur Verdichtung dessen, was du schon gelernt hast.

2 Tage vorher: leichtes Review, aktiv Pausen einplanen, keine neuen Themen.

1 Tag vorher: siehe nächster Abschnitt.

Wenn die Diagnose 7 Tage vorher eine gravierende Lücke in einer ganzen Domäne zeigt, ist der ehrliche Schritt eine Verschiebung des Termins, nicht ein Wochenend-Crashkurs zu einer 32,5- oder 37,5-%-Domäne, die nicht sitzt. Was ein realistischer Zielwert in Übungsprüfungen ist, bevor du dich prüfungsbereit fühlen solltest, hängt vom tatsächlichen Bestehenswert ab — den findest du hier: /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/passing-score/, nicht aus einer Pi-mal-Daumen-Regel.

Der Tag davor und der Prüfungstag selbst

Der Tag davor: kein neuer Stoff, das ist keine Floskel — neue Inhalte am Vortag erzeugen nachweislich mehr Verunsicherung als Nutzen, weil sie unverankert im Kopf bleiben und in der Prüfung eher falsch abgerufen werden als gar nicht vorhanden zu sein. Stattdessen: eigene Zusammenfassungen einmal querlesen, technischen Ablauf klären (Online-Proctoring-Setup testen, falls du remote prüfst, oder Anfahrt zum Testcenter klären), früh schlafen.

Der Prüfungstag: Lies jede Frage zweimal, bevor du eine Antwort auswählst — AZ-900-Fragen enthalten oft ein Detail, das die vermeintlich offensichtliche Antwort ausschließt (z. B. “kosteneffizient” vs. “hochverfügbar” als unterschiedliche Anforderungen in derselben Frage). Nutze Ausschlussverfahren: Bei vier Optionen sind meist zwei sofort erkennbar falsch, die Entscheidung fällt zwischen den restlichen zwei. Bleib bei keiner Frage zu lange hängen — markieren und weitergehen ist bei AZ-900 die bessere Strategie als Perfektionismus bei Einzelfragen, weil du am Ende Zeit für eine zweite Runde brauchst. Wie viele Fragen und wie viel Zeit dich konkret erwarten, steht im Prüfungsformat: /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/exam-format/.

Lernen neben einem Vollzeitjob: wo die Zeit realistisch herkommt

Die ehrliche Rechnung zuerst: Der 30-Tage-Plan braucht realistisch fünf bis sieben Stunden pro Woche, der 14-Tage-Plan zehn bis zwölf, der 7-Tage-Plan verlangt praktisch jeden Abend plus ein volles Wochenende — das ist der eigentliche Preis des Sprints, nicht nur “mehr Stress”.

Woher die Zeit kommt, ohne dass du dein Leben umstellst:

  • Pendelzeit (Bus, Bahn, Auto als Beifahrer): Audioformate oder Wiederholung von Notizen, kein Tiefenlernen, aber perfekt für Wiederholung von Domänenbegriffen.
  • Mittagspause: zehn bis fünfzehn szenariobasierte Übungsfragen, nicht als vollständige Prüfungssimulation, sondern als kurze aktive Wiederholung.
  • Ein bis zwei Abende pro Woche, feste 60–90 Minuten: das ist der Block für neue Inhalte, nicht für Wiederholung — neuer Stoff braucht ungestörte Zeit, Wiederholung nicht.
  • Ein Wochenendblock von zwei bis drei Stunden: reserviert für vollständige Übungsprüfungen unter Zeitdruck, weil die sich nicht in 20-Minuten-Häppchen sinnvoll durchführen lassen.

Zum Thema “AZ-900 Buch”: Ein physisches Buch ist bei diesem Plan optional, nicht notwendig — die offiziellen Microsoft-Learn-Module decken die Domänen kostenlos und aktuell ab, und Übungsfragen bekommst du strukturiert über /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/practice-questions/. Ein Buch lohnt sich vor allem, wenn du nachweislich besser offline und linear lernst als über Bildschirm-Module — als alleinige Quelle ist es aber riskant, weil sich Azure-Inhalte schneller ändern, als gedruckte Auflagen aktualisiert werden.

Wie man Übungsfragen einsetzt, ohne sie auswendig zu lernen

Der häufigste Fehler bei der AZ-900-Vorbereitung: Übungsfragen mehrfach aus demselben Pool wiederholen, bis man sich die Antwortmuster merkt statt das Konzept dahinter zu verstehen. Das Ergebnis ist ein gutes Gefühl in der Übung und eine böse Überraschung in der echten Prüfung, weil dort andere Formulierungen und andere Szenarien auf dieselben Konzepte treffen.

Die Regel, die das verhindert: Nach jeder falsch beantworteten Frage schreibst du in eigenen Worten auf, (1) warum die richtige Antwort richtig ist und (2) warum jede der falschen Optionen falsch ist — nicht nur “weil das Tool das sagt”. Wenn du das für eine Option nicht kannst, hast du das Konzept nicht verstanden, nur die Antwort erraten.

Zweite Regel: Rotiere die Quelle deiner Übungsfragen, statt denselben Fragenkatalog ein drittes Mal durchzugehen. Unsere Sammlung findest du unter /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/practice-questions/ — nutze sie als Diagnoseinstrument (wo liegen meine Lücken?), nicht als Wiederholungsschleife zum Auswendiglernen.

Dritte Regel: Miss deinen Fortschritt an der Fehlerart, nicht nur an der Punktzahl. Zwei Übungsprüfungen mit derselben Gesamtpunktzahl können völlig unterschiedliche Aussagekraft haben — eine mit verstreuten Zufallsfehlern zeigt echtes Verständnis mit kleinen Lücken, eine mit gehäuften Fehlern in einer Domäne zeigt eine echte Wissenslücke, die gezielt geschlossen werden muss.

Wie oft und wann man wiederholt, damit es hängen bleibt

Ohne geplante Wiederholung sind Inhalte aus Woche 1 zum Prüfungstermin in Woche 4 größtenteils verblasst — das ist kein Vorwurf, das ist, wie Gedächtnis funktioniert. Der Rhythmus, der bei AZ-900 gut funktioniert, orientiert sich an drei Wiederholungspunkten: einen Tag nach dem ersten Lernen, drei Tage danach, sieben Tage danach.

Konkret im 30-Tage-Plan: Was du in Woche 1 (Cloud Concepts) lernst, wiederholst du kurz am Ende von Woche 2 (ein zehnminütiger Selbsttest, keine neue Lernrunde) und noch einmal in den Übungsprüfungen von Woche 4. Governance-Begriffe aus Woche 3, die erfahrungsgemäß am schnellsten verblassen (RBAC vs. Policy vs. Management Groups verwechseln sich besonders leicht), bekommen zusätzlich eine kurze Wiederholung am Anfang von Woche 4, bevor die volle Übungsprüfung stattfindet.

Im 14- und 7-Tage-Plan ist für dieses klassische Schema kaum Platz — dort ersetzt die Übungsprüfung selbst die Wiederholung: Jede Übungsprüfung berührt zwangsläufig alle drei Domänen noch einmal, das ist der Grund, warum in kurzen Plänen mindestens zwei vollständige Übungsprüfungen Pflicht sind, nicht optional.

Flashkarten (physisch oder digital) lohnen sich speziell für Servicenamen und ihre Kategorie — “Blob Storage → Objektspeicher für unstrukturierte Daten”, “ExpressRoute → private Verbindung ohne öffentliches Internet” — weil das reines Faktenwissen ist, das von Spaced Repetition stärker profitiert als konzeptionelles Verständnis.

Woran man merkt, dass der Plan nicht aufgeht, und was man dann ändert

Drei Warnsignale, die eindeutig sind:

Signal 1 — Übungsprüfungsergebnisse stagnieren oder sinken über zwei aufeinanderfolgende Versuche. Das bedeutet meist nicht “mehr desselben Lernens”, sondern dass du Inhalte falsch verstanden und dadurch falsch verankert hast. Die Lösung ist, zur Fehleranalyse zurückzugehen (siehe oben) statt eine dritte identische Übungsprüfung zu schreiben.

Signal 2 — du verbringst unverhältnismäßig viel Zeit in einer einzigen Domäne, ohne dass sich das Ergebnis verbessert. Häufigster Fall: stundenlanges Vertiefen der Architektur-Domäne, weil sie am schwersten wiegt, während die eigentliche Fehlerquelle in Governance liegt. Die Lösung ist ein erneuter Domänen-Check (aus Abschnitt zwei), nicht mehr Zeit in der bereits bearbeiteten Domäne.

Signal 3 — du scheiterst konsistent an einem bestimmten Fragentyp, nicht an einer Domäne. Zum Beispiel: Sachfragen (“Was ist X?”) sitzen, aber szenariobasierte Fragen (“Ein Unternehmen braucht Y — was empfiehlst du?”) scheitern reihenweise. Das ist kein Wissensproblem, sondern ein Transferproblem — die Lösung ist gezieltes Üben an genau diesem Fragentyp, nicht mehr Faktenwissen.

Was du bei jedem dieser Signale änderst, ist nie “mehr von allem”, sondern eine gezielte Kurskorrektur: Termin verschieben, wenn die Diagnose eine strukturelle Lücke zeigt, die in der verbleibenden Zeit nicht mehr zu schließen ist; Plan-Wechsel von 7 auf 14 Tage, wenn sich in der ersten Woche zeigt, dass die Ausgangslage falsch eingeschätzt wurde; oder ein reduziertes Ziel, wenn du merkst, dass du versuchst, jeden Nebenservice zu lernen, statt dich an der Domänengewichtung zu orientieren.

Wann man den Termin buchen sollte

Buch den Termin am Anfang deines gewählten Plans, nicht danach — ein gebuchtes Datum ist der einzige externe Druck, der einen Lernplan tatsächlich durchhalten lässt. Buch ihn mit einem kleinen Puffer von zwei bis drei Tagen nach dem letzten Plantag, damit ein schlechtes Ergebnis in der finalen Diagnoseprüfung (siehe “letzte Woche”) noch Raum für Korrektur lässt, ohne dass du sofort den ganzen Termin verschieben musst.

Verschieb den Termin aktiv, wenn deine Übungsprüfungen in der letzten Woche deutlich unter dem liegen, was laut /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/passing-score/ nötig ist — ein Antritt “auf gut Glück” kostet dich nicht nur den Termin, sondern auch die Zeit bis zum nächsten möglichen Versuch, deren genaue Länge Microsoft im Rahmen der Prüfungsbedingungen regelt. Es ist günstiger, ehrlich zwei zusätzliche Lerntage einzuplanen, als mit einer Wartezeit vor dem zweiten Versuch dazustehen.

FAQ

Wie viele Stunden pro Tag muss ich für AZ-900 in 7 Tagen lernen? Realistisch drei bis vier Stunden täglich, an Wochenendtagen mehr — der 7-Tage-Plan ist nur deshalb machbar, weil er auf Vorwissen aufbaut, nicht weil weniger Gesamtzeit nötig ist als beim 30-Tage-Plan.

Kann ich AZ-900 ohne Cloud-Erfahrung in 7 Tagen bestehen? Unwahrscheinlich. Der 7-Tage-Plan setzt voraus, dass Grundbegriffe (IaaS/PaaS/SaaS, Shared Responsibility) bereits sitzen — ohne das fehlt die Zeit, sie parallel zu den zwei größeren Domänen neu aufzubauen. Der 14- oder 30-Tage-Plan ist hier ehrlicher.

Soll ich Azure-Preise und Rechner-Details auswendig lernen? Nein. AZ-900 prüft, dass du weißt, wofür Pricing Calculator und TCO Calculator jeweils da sind und welche Kostenmodelle es gibt (CapEx vs. OpEx) — nicht konkrete Preiszahlen oder die exakte Bedienung eines Rechners.

Kann ich die Cloud-Concepts-Domäne überspringen, wenn ich Cloud eh verstehe? Komprimieren ja, überspringen nein — sie macht 27,5 % der Prüfung aus, und einzelne Begriffe (Fault Tolerance vs. Disaster Recovery, Konsistenzverhalten von SLAs) werden oft anders geprüft, als man sie aus der Praxis kennt.

Was, wenn ich zwei Tage vor der Prüfung immer noch deutlich unter dem nötigen Ergebnis liege? Prüfe zuerst über /de/microsoft-azure-fundamentals-az-900/passing-score/, wie groß die Lücke tatsächlich ist. Ist sie klein, konzentriere die letzten zwei Tage ausschließlich auf die schwächste Domäne. Ist sie groß, ist eine Verschiebung des

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